29.08.2006 - Freising | RFID beschleunigt Versorgung mit Blutkonserven / Automatische Bestandsverwaltung / Technische Herausforderung für RFID-Unternehmen
Was Mephisto in Goethes „Faust“ anklingen lässt, ist Alltagserfahrung bei Mississippi Blood Services, einer FDA-lizenzierten Blutbank, die seit 25 Jahren Krankenhäuser in den US-Bundesstaaten Mississippi, Alabama und Arkansas beliefert. Kurze Haltbarkeit des Produkts und kühle Lagerung stehen im Fokus der Aufmerksamkeit der Mitarbeiter.
Aus diesem Grund hat die Blutbank Mississippi kürzlich einen ersten Probelauf mit RFID-Technologie (Radiofrequenz-Identifikation) durchgeführt. Im Zentrum des Interesses standen eine rationalisierte Bestandsverwaltung, erhöhte Produktsicherheit und eine beschleunigte Belieferung der Kliniken. Die gängige Kennzeichnungspraxis bis dato war der Strichcode. Vor dem Versand musste jeder Blutbeutel drei Bearbeitungsschritte durchlaufen, die jedes Mal ein Scannen der einzelnen tiefgefrorenen Blutkonserven erforderte. Dieser Vorgang dauerte Stunden. Der Probelauf ergab, dass derselbe Vorgang mit einem automatischen RFID-System sich auf 60 Minuten verkürzte.
Der Systemintegrator AARFID aus Eden, New York hat RFID-Transponder vom Marktführer Texas Instruments (TI) eingesetzt, um die Blutbeutel eindeutig zu kennzeichnen. Auf jeder Konserve war ein Inlay vom Typ Tag-it™ HF-I befestigt, das dem Standard ISO/IEC 15693 entspricht. Bei einem Pilotversuch wurden mehrere Blutbeutel auf einen Waren-träger gelegt und aus dem Kühllager durch ein spezielles Portal befördert, ausgestattet mit Lesegeräten des Unternehmens Feig Electronic aus Weilburg/Hessen. Alle Blutbeutel wurden simultan gelesen und gleichzeitig Haltbarkeitsdatum und andere Daten überprüft. Mississippi Blood Services (MBS) geht nach den erfolgreichen Tests davon aus, dass das RFID-System die bisherigen zeit- und arbeitsintensiven manuellen Lagerverwaltungsprozesse automatisiert, so dass MBS eine bessere Produktqualität gewährleisten und Kranken-häuser schneller mit Blut versorgen kann. Der „besondere Saft“ – Blut dämpft Signalwirkung Der Blutplasmagehalt und die Lagertemperatur von -30 C sind eine besondere Herausforderung für das RFID-System, da der Inhalt die Resonanzfrequenz verstimmt und dadurch die Leseleistung negativ beeinflusst. Erst spezielle RFID-Tag-Techniken gewährleisten exakte, zuverlässige Ergebnisse. TI stimmt daher jedes Inlay so ab, dass die Etiketten nach dem Aufbringen auf die Beutel wieder bei 13.56 MHz funktionieren, der optimalen Frequenz für diese Anwendung.
Die RFID-Anwendung in der Blutbank verbindet also verschiedene Vorteile:
- Die Krankenhäuser und damit die Patienten profitieren von einer schnelleren Belieferung.
- Die Blutbank hat schnellere und einfachere Prozesse, die obendrein noch wirtschaftlicher sind.
Mehr Informationen über TI-RFID finden Sie im Internet unter: www.ti-rfid.com


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