Saarbrücken, 03.03.2007 |
Da man in Gebäuden mit den von Satelliten übertragenen GPS-Daten nichts anfangen kann, müssen sich die Navigationsgeräte dort auf andere Weise orientieren. Für die Programmierung der Geräte reichen keine normalen Lagepläne, da bei ihnen die räumliche Dimension und damit zum Beispiel der Weg über das Treppenhaus in das nächste Stockwerk fehlen. Daher muss für die Navigation in geschlossenen Räumen das Gebäude zuerst als dreidimensionales Modell erfasst werden. Die Saarbrücker Informatiker haben dafür eine Software entworfen, mit der man ganz schnell per Mausklick Wände, Türen und Treppenhäuser eines Gebäudes nachbilden kann. Dann werden im Gebäude Infrarotsender oder die sehr kleinen RFID-Chips an Decken und Wänden aufgehängt, mit denen das vom Benutzer getragene PDA kommunizieren kann. Die Software auf dem PDA weiß dadurch immer genau, an welcher Stelle im Gebäude sich der Nutzer gerade befindet. Sie kann ihn so zum gewünschten Ziel lotsen, entweder über Sprachausgabe oder über ein dreidimensionales Video auf dem Display.
Für Einkaufszentren oder Flughäfen, in denen die Kunden nicht über ein PDA oder ähnliches Empfangsgerät verfügen, werden andere Navigationssysteme gebraucht. Die Informatiker in Saarbrücken untersuchen dafür auch das Thema, wie man über öffentliche Bildschirme die Kunden einfacher zum Ziel führen kann. Gemeinsam mit Psychologen entwickeln sie dafür animierte Filme, in denen der Fußgänger die ihm bevorstehende Wegstrecke als räumliche Darstellung angezeigt bekommt. Wenn er dann einen Teil der Wegstrecke durch lange Gänge und Treppenhäuser zurückgelegt hat, wird ihm am nächsten Bildschirm die Fortsetzung des Weges bis zum angegebenen Ziel gezeigt.
Die Informatiker im Team von Prof. Wahlster werden ihre Forschungsergebnisse auf der CeBIT am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) präsentieren. Am benachbarten Messestand des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz wird außerdem ein mehrsprachiges Navigationssystem für die Olympischen Spiele in Peking gezeigt (COMPASS 2008).
Kompetenzzentrum Informatik ein Ort im "Land der Ideen"
Am 19. März wird außerdem das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes auf der CeBIT 2007 als einer von 365 Orten im "Land der Ideen" ausgezeichnet. Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" wird von der Bundesregierung und der bundesdeutschen Wirtschaft getragen und will zeigen, welcher Einfallsreichtum und welches visionäre Denken in Deutschland zu finden ist. Aus diesem Anlass präsentieren Wissenschaftler der Universität des Saarlandes, des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an den Messeständen und im Future Talk ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Im Kompetenzzentrum Informatik arbeiten die Informatikforschung der Universität und die außeruniversitären Forschungsinstitute im Saarland eng zusammen.
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