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RFID-Einsatz rechnet sich bereits jetzt

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Bonn/Eschborn, 23.05.2007 | Logistik 2010: Experten stellen auf Detecon-Kompetenztag Projekte vor und diskutierten künftige Trends

 

RFID wird sich als Schlüsseltechnologie für die Logistik durchsetzen, zumal sich schon heute RFID-Projekte in ausgewählten Anwendungsbereichen amortisieren. Weiterhin nimmt in der Logistik der Faktor Zeit als Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Preis enorm an Bedeutung zu. Diese Einschätzungen vertraten Experten auf dem von der Management-Beratung Detecon International veranstalteten Kompetenztag „Logistik 2010“ in der T-Gallery, Bonn. Unter dem Motto „Erfolgreicher durch innovative Kommunikationstechnologien“ referierten Volker Lange vom Fraunhofer-Institut IML, Thorsten Anding von Deutsche Bahn Telematik, Uwe Quiede, Kaufhof AG, Ulrich O. Feik, CEO Transparent Goods, ICT-Lösungsanbieter für Warenrückverfolgung, sowie Helmut Bremicker, Detecon. Es moderierte Professor Jens Böcker von der FH Bonn-Rhein-Sieg, der Ergebnisse seiner aktuellen Forschungsprojekte vorstellte.

  Professor Böcker wies in seinem Eingangsstatement darauf hin, dass Anforderungen an die Logistik künftig vor allem hinsichtlich Schnelligkeit, Flexibilität und Präzision deutlich steigen werden. Denn die zunehmend wechselbereiten Kunden verlangen nach funktionierenden Logistikketten. „Unternehmen, die es schaffen, schnell, flexibel und eng am Kunden zu agieren, reduzieren auf diese Weise auch den Preisdruck“, so Böcker. Er unterstrich zudem, dass erst eine geeignete technologische Unterstützung diese notwendige Entwicklung in der Logistik möglich machen würde.  

„Entscheidend ist, dass der Einsatz von neuen ICT-Technologien aus der Geschäfts- und Prozesssicht betrachtet wird. RFID ist eine von mehreren Technologien, die  - optimal kombiniert - zu wirtschaftlichen Lösungen in der logistischen Kette führen“, sagte Helmut Bremicker, Managing Partner bei Detecon. Der Detecon Logistik Trend Radar erwartet für die nächsten Jahre einen hohen Bedarf an Lösungen für Real Time Tracking und Tracing. Weiterhin werden Fälschungsschutz über RFID-basierte Lösungen, Sensornetzwerke bei Gefahrgütertransport, industrielle PDAs sowie Anforderungen im Bereich Repair, Recycling von Material und Teilen sowie das Remanufacturing hochwertiger Komponenten großen Einfluss auf die Logistik entfalten.  

Volker Lange, Leiter Verpackungs- und Handelslogistik beim Fraunhofer-Institut, zeigte neue technische Möglichkeiten auf: So würden schon heute Unternehmen mittels RFID falsche Beladungen von LKWs nahezu ausschließen. In erfolgreichen Versuchen hat das Fraunhofer-Institut im OpenID-Center unter Praxisbedingungen bereits 200 Behälter auf einer Palette im Pulk ausgelesen. In diesem Demonstrationszentrum finden Pakete und Behälter im so genannten „Internet der Dinge“ selbstständig ihren Weg zum Ziel. Künftig würde diese Selbststeuerung intelligenter Objekte weiter zunehmen, indem Ziele und Strategien auf RFID-Tags gespeichert werden und Internetportale die Informationshistorie abbilden. Allgemein bemängelte Lange jedoch zögerliche Entscheidungsprozesse: „Wir brauchen in den Unternehmen mehr Mut zur Veränderung und weniger Bedenkenträger.“ So würden in Großbritannien dreimal mehr RFID-Anwendungen in Betrieb gehen als in Deutschland. 

Szenarien für Sicherheit und Kundenkomfort  

Thorsten Anding, Leiter Produktmanagement, DB Telematik, erläuterte mögliche RFID-Einsatzfelder bei der Deutschen Bahn. Hierzu zählen beispielsweise Anwendungen in den Bereichen Fahrzeug- und Frachtverfolgung, Instandhaltungsoptimierung, Inventarisierung sowie Mobile Ticketing.  „Auch international besteht das Ziel der Deutschen Bahn darin, verkehrsträgerübergreifend die Qualität verschiedenster Mobilitäts- und Logistik-Services ständig weiter zu verbessern“, so Anding. Der Einsatz von RFID-Technologie wäre im Bahnumfeld überaus sinnvoll, so dass sich auch DB Telematik dazu entsprechend aufstellt.  

Uwe Quiede, Abteilungsleiter Logistik bei der Kaufhof Warenhaus AG, zeigte anhand von Beispielen wie RFID einen noch bequemeren und interessanteren Einkauf ermöglichen kann. Denkbar seien beispielsweise Intelligente Umkleidekabinen, die via RFID erkennen, welchen Artikel der Kunde bei sich hat und dann über ein Display zusätzliche Informationen wie verfügbare Größen und Farben anzeigen. „Studien belegen, dass Textilkunden wesentlich mehr kaufen, wenn sie sich vollständig über ein Sortiment informiert fühlen“, hob Quiede hervor. Auf diese Weise diene RFID als Treiber für zusätzlichen Umsatz.

Lückenloser Produktnachweis gefordert  

Auf die hohen Anforderungen in der Warenrückverfolgung wies Ulrich O. Feik, CEO von Transparent Goods, hin. Dabei reiche es nicht, lediglich eigene Fertigungsprozesse zu betrachten. Erforderlich seien vielmehr vernetzte Plattformen, die vom Hersteller bis zum Handel entlang einer geschlossenen Supply Chain alle Produkt- und Prozessdaten vorhalten. Das Ziel sei der chargengenaue Nachweis dessen, was in einzelnen Produkten verbaut und genutzt worden sei. „So werden bei Rückrufen nicht überflüssig Waren vernichtet und es gelingt schon vorab der Nachweis, dass Erzeugnisse weder aus Kinderarbeit noch aus mangelhaften Produktionsprozessen stammen“, fasste Feik wichtige Vorteile zusammen. Der Experte für Tracing und Service geht davon aus, dass der Aufbau solcher Systeme die Produkte nur im Promillebereich belastet. 

In der von Professor Jens Böcker moderierten Abschlussdiskussion bestätigten die Referenten, dass sich logistisch handelnde Organisationen künftig noch mehr über Schnelligkeit differenzieren müssen. „So beobachten wir gerade bei zeitkritischen Logistikleistungen wie Luftfracht und Express überdurchschnittliche Wachstumsraten“, hob Böcker hervor. „Derzeit findet ein Paradigmenwechsel statt. Aus dem traditionellen Supply Chain Management entsteht der Ansatz der New Demand Chain: Dabei wird die Produktion noch stärker von Kundenbedürfnissen gesteuert, so dass individuellere Produkte die Kunden stärker binden. Zwangsläufig steigen dabei die logistischen Anforderungen.“ In einem Punkt waren sich alle Experten einig: Der Nutzen neuer Technologien für verbesserte logistische Abläufe überwiegt bei weitem die möglichen Risiken. Erfahrungswerte sollten daher jetzt gesammelt und nicht auf die lange Bank geschoben werden. 
 

Kontaktdaten und weitere Informationen:

http://www.detecon.com/de

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