München, 05.03.2008 | Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS stellt seine anpassungsfähige Sensornetztechnologie vor. Der kombinierte Hard- und Softwarebaukasten ist für verschiedenste Anwendungen nutzbar.
Das Fraunhofer IIS entwickelt drahtlose Sensornetzwerke für eine Vielzahl von Überwachungs- und Steuerungsanwendungen. Softwarebasis dieser Systeme ist ein energiesparendes Protokoll, das so genannte »Slotted Mac«. Auch optimierten die Fraunhofer-Wissenschaftler die dazu gehörige Hardware: der Sensorknoten ist klein, braucht wenig Energie und ist anpassungsfähig an kundenspezifische Sensornetzlösungen.
Diese innovative Technologie lizenzierte nun die österreichische Firma VERAUT – Verfahrens und Automationstechnik GmbH, um damit ihre VERISM Produktreihe zu entwickeln. Das in Linz (Österreich) ansässige Unternehmen stellt u. a. Datenlogger und Übertragungsgeräte für die Erfassung des Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauchs her. »Mit den Fraunhofer-Sensornetzwerken sammeln wir wesentlich kostengünstiger Energiedaten als vorher,« freut sich Geschäftsführer Patrick Sonnleitner. Während bislang zum drahtlosen Auslesen jeder einzelne Haushaltszähler ein GSM-Modul brauchte, sind die Zähler jetzt mit Funkknoten bestückt. Diese übermitteln die Daten drahtlos an einen Masterknoten, der sie gesammelt über die Stromleitung mittels PLC(power-line-communication) an einen Zentralserver weiterschickt. VERAUT setzt die Fraunhofer-Technik bereits in Pilotprojekten für die Oberösterreichische Ferngas und die Linz AG ein.
Die Netzwerklösung lässt auch eine bidirektionale multi-hop Kommunikation zu, so könnten z. B. Anweisungen oder Befehle an die Zähler über mehrere Funkknoten weitergegeben werden. Die flexible Sensornetztechnologie des Fraunhofer IIS eignet sich für verschiedenste Anwendungen. Die delta-T Messdienst GmbH nutzt sie z.B. zur Temperaturüberwachung von Blutspendeboxen beim Transport.
Technische Zusatzinformation
Selbstorganisierende Sensornetzwerke zeichnen sich vor allem durch ihre Robustheit, Langlebigkeit, Mobilität und Lokalisierungsfunktionalität aus. Herzstücke dieser innovativen Netzwerke sind kleine Sensoren inklusive Sender – so genannte Funkknoten. Die aktuelle Generation der am Fraunhofer IIS entwickelten Funkknoten sendet im lizenzfreien Band bei 868 MHz. Jedoch kann das Frequenzband dem Umfeld und den Einsatzbedingungen entsprechend ausgewählt werden.
Jeder Knoten vernetzt sich selbstständig mit denen in seiner Nachbarschaft, wodurch die selbstorganisierenden Netzwerke auch dann voll funktionsfähig bleiben, wenn ein Sensorknoten ausfällt. Neu hinzukommende Sensorknoten fügen sich automatisch in das bestehende Netz ein. Dadurch sinken die für Kommunikationssysteme üblichen Installationskosten deutlich.
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