Die beiden großen Wireless-Technologien, die bei der Ausstattung von Krankenhäusern mit Echtzeit-Lokalisierungssystemen (RTLS) um die Marktführerschaft wetteifern, sind laut Stan Schatt - Vice President und Practice Director of Networking beim New Yorker Technologie-Marktforschungsunternehmen ABI - WiFi (Wireless Fidelity) und Active RFID (Radio Frequency Identification) in einem proprietären Netzwerk.
„Da weniger als fünf Prozent der medizinischen Versorgungseinrichtungen in Nordamerika über ein RTLS zur Verwaltung ihrer Apparate und Wirtschaftsgüter verfügen, ist auf diesem Markt wirklich noch viel zu holen", sagte Schatt in einem Bericht der Healthcare Informatics vom Februar diesen Jahres.
Der größte Vorteil beim Einsatz eines WiFi-basierten Asset-Tracking-Systems bestehe darin, dass ein Krankenhaus seine bereits existierende WLAN-Infrastruktur nutzen könne, erklärt Schatt dort weiter. Das Werteversprechen lautet, dass die Installation eines proprietären Netzwerks, die sowohl teuer als auch mühsam sein kann, nicht notwendig ist. Carolinas HealthCare System (CHS) entscheidet sich für Ekahau
Laut CHS-Direktor Clay Fisher war die mögliche Nutzung des bestehenden Funknetzes für das Carolinas HealthCare System (CHS) - die drittgrößte medizinische Versorgungseinrichtung der USA mit 4.900 Betten in 20 Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Operationszentren und Einrichtungen für Strahlentherapie in North und South Carolina - ein wesentlicher Faktor, um die RTLS von Ekahau zu implementieren.
Derzeit wird das System von Ekahau im CHS eingesetzt, um medizinische Geräte wie Infusionspumpen und Ventilatoren zu lokalisieren. Zur Entscheidung hatte das CHS mehrere Anbieter eingeladen, ihre Lösungen zu präsentieren. „Dabei hatte jeder Anbieter eine Stunde Zeit, um eine bestimmte Zahl von Quadratmetern abzubilden", berichtet Fisher. „Mit Ausnahme von Lösungen, die ein separates, proprietäres Netzwerk erfordern, hat Ekahau haushoch gewonnen und wesentlich höhere Präzisionsniveaus erreicht als jeder andere Anbieter auf dem Markt."
Aufgrund der zu erwartenden logistischen Probleme und der höheren Kosten entschied sich das CHS, kein proprietäres RFID-Netzwerk zu installieren. „Wir wollten nicht die Decken anbohren und Kabel durch die Hunderttausende von Quadratmetern Fläche ziehen, die unsere Einrichtung umfasst", erklärt Fisher.
Wenngleich ein aktives RFID-System mit proprietärer Netzwerkplattform angeblich überlegene Präzision ermöglicht, kann das RTLS von Ekahau nach Fishers Ansicht genau das bieten, was das Krankenhaus braucht: eine Asset Management-Lösung. 90 Prozent aller Objekte würden mit einer Genauigkeit von durchschnittlich drei Metern gefunden, was in den meisten Fällen mehr als ausreichend sei.
„Bei vielen Arten von WiFi-Ortungssystemen kann die Auflösung ziemlich schlecht sein", sagt Chris Lavanchy, Leitender Ingenieur der Health Services Group beim ECRI Institute, einer gemeinnützigen Organisation in Plymouth Meeting/Pennsylvania. Das ECRI Insitute berät medizinische Einrichtungen im Bereich der IT-Evaluierung. Die besten Systeme könnten ein Objekt mit einer Genauigkeit von etwa sechs Zoll lokalisieren, während eine Reihe weniger guter Systeme nur eine Lokalisierungsgenauigkeit von 3 bis 9 Metern oder höher zu bieten hätten. „Generell hat WiFi-Technologie den Ruf, eine geringere Ortungsgenauigkeit zu besitzen, sofern das System nicht mit sehr dicht beieinander liegenden Access Points implementiert wird", sagt Lavanchy. „Man kann nicht einfach das Netzwerk nehmen, die WiFi-Tags beifügen und dann eine gute Leistung erwarten."
„Einrichtungen, die eine sehr hohe Genauigkeit benötigen, müssen einen langwierigen Prozess durchlaufen, bei dem die Signalstärken der Tags in verschiedenen Räumen abgebildet werden", erklärt Lavanchy. „Und wahrscheinlich wird man dann Access Points (APs) hinzufügen müssen, was teuer sein und Störungen verursachen kann."
Da das CHS sein Netzwerk jedoch ursprünglich für VoIP (Voice over Internet Protocol) vorgesehen hatte, was schon eine große Zahl von APs erfordert, mussten laut Fisher keine weiteren Access Points mehr installiert werden. Die Feineinstellung der APs stellte allerdings eine kleine Herausforderung dar.
„Einige Access Points waren gerichtet, doch wir benötigten eine omnidirektionale Auslegung, um eine adäquate Abdeckung zu erreichen", berichtet Fisher. Die Access Points durften nicht in einer Richtung den Flur hinunterstrahlen, sondern mussten eher kreisförmig konfiguriert werden.
„Das System von Ekahau nutzt softwarebasierte Algorithmen, um den Aufenthaltsort der zu lokalisierenden Objekte zu berechnen", erklärt Fisher. Das RTLS sei serverbasiert und könne in einem zentralen Rechenzentrum für mehrere Krankenhausanlagen installiert sowie größenmäßig leicht angepasst werden und auf einem einzigen Server Tausende von Tags unterstützen. „Eine solche Skalierbarkeit ist zwingend notwendig", fügt Fisher hinzu.
Wie Fisher anmerkt, muss das CHS auch Objekte orten können, die sich von Gelände A nach Gelände B bewegen. „Ein großer Vorzug des Ekahau-Systems besteht darin, dass nicht zusätzlich Exciter an den Eingängen angebracht werden müssen, um Objekte zu verfolgen, die die Anlage verlassen", betont er. „Wenn man Gelände A und Gelände B kalibriert hat, lädt man diese Kalibrierungen einfach auf den zentralen Server und dann kann das Objekt auf beiden Geländen lokalisiert werden. Das System kann dies out-of-the-box."
Wie Fisher erklärt, durchlief die Lösung im CHS eine Beta-Phase, während Ekahau dem Krankenhausunternehmen half, seine Software zu definieren und zu modellieren. „Eines der wesentlichen Elemente, die Ekahau vor Vertragsschließung noch nicht bieten konnte, war eine Unterstützung für Microsoft-Sequel." Diese Unterstützung sei aber wichtig, so Fisher, weil das CHS die vom RTLS gelieferten Daten mit anderen Systemen integrieren muss. „Nach nun erfolgter Implementierung der Schnittstelle können wir die Daten von Ekahau in unserem zentralen Inventarsystem sehen."
Wichtige Fragen für Neukunden
IT-Direktoren machen sich oft Sorgen darüber, welche Auswirkungen ein RTLS auf die Netzwerkbandbreite haben wird. Interessanterweise wird dieser Aspekt vor allem von miteinander konkurrierenden Herstellern zur Sprache gebracht, während Krankenhäuser keine Probleme damit haben.
Laut Tuomo Rutanen, Vice President of Business Development bei Ekahau, sind Kapazitätsprobleme äußerst unwahrscheinlich. „Zu jedem gegebenen Zeitpunkt befinden sich 95-98 Prozent der Tags im Sleep-Modus, und selbst wenn alle Tags gleichzeitig über das Netzwerk kommunizieren, würde sich das kaum bemerkbar machen, da nur ca. 60 Byte große Pakete übertragen werden."
Bisher ist jedoch der hohe Strombedarf problematisch. Doch wie Rutanen erklärt, wird die nächste Generation WiFi-basierter Tags eine extrem geringe Leistungsaufnahme und Batterien mit einer Lebensdauer von fünf bis sieben Jahren haben - derzeit liegt die Lebensdauer von Tag-Batterien bei drei bis fünf Jahren. Die neuen Tags sollen Ende 2008 auf den Markt kommen. Obwohl die Preise noch nicht feststehen, versichert Rutanen, dass sie günstiger sein werden als bei den aktuellen Modellen.
Ein wesentlicher Vorteil von WiFi-basierten RTLS besteht Lavanchy zufolge darin, dass es sich um eine genormte Technologie handelt, was bei vielen RFID-Technologien nicht der Fall sei. Da Standards existieren, seien viele der elektronischen Komponenten austauschbar und könnten in jedem System genutzt werden. „Dagegen ist es unwahrscheinlich, dass ein RFID-Tag, der in einem proprietären Netzwerk läuft, mit Produkten von mehr als nur einem Hersteller verwendet werden kann."
WiFi ist eine Technologie, deren Nutzung Krankenhäuser für Ortungszwecke zumindest in Erwägung ziehen sollten, fügt Lavanchy hinzu. „Ich glaube nicht, dass sie für jede Einrichtung geeignet ist, und natürlich bin ich mir auch ihrer Grenzen bewusst. Gleichzeitig sehe ich aber auch die enormen Vorteile, sowohl aus der Kostenperspektive als auch aus Sicht der Zweckmäßigkeit.
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