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Studie: Supply Chain Risk Management in der deutschen Windenergiebranche

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Hamburg, 24.09.2008 | Teilnehmerquote von über 25% belegt hohe Relevanz des Themas   

Die Unternehmensberatung Pleyma GmbH hat zusammen mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg eine Studie zum Risikomanagement im Windkraftanlagenbau durchgeführt. Mit Hilfe einer empirischen Befragung werden die Risiken der Wertschöpfungsnetzwerke innerhalb der Branche untersucht.

Angesprochen wurden sowohl die großen Anlagenhersteller wie auch die System- und Komponenten- zulieferer bis hin zu den Materialzulieferern.

Die große Relevanz des Themas Risikomanagement in Logistik und Supply Chain für die Windenergiebranche wird durch die hohe Teilnehmerquote von mehr als 25% der rund 350 identifizierten Unternehmen belegt. "Wir sind erfreut und hochzufrieden" so Philipp Hohrath vom Institut für Logistik und Unternehmensführung der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche auf allen Wertschöpfungsstufen von steigenden Rohstoffpreisen, insbesondere für Stahl, sowie dem Anstieg vieler Bauteilepreise betroffen ist. Hinzu kommen Risiken, die beispielsweise durch die globale Ausdehnung vieler Beschaffungsnetzwerke sowie durch den rasanten technologischen Fortschritt im Bereich der Windenergieanlagen getrieben werden.  

Die Auswertung zeigt zudem, dass die Anlagenhersteller im Vergleich zu den übrigen Studienteilnehmern eine Sonderstellung einnehmen. Diese Gruppe sieht das weitaus größte Risiko - zusätzlich zu den bereits genannten Themen - in der Verfügbarkeit von Komponenten und Systemen. Ursache ist der bestehende starke Nachfrageüberhang nach Zulieferteilen in Kombination mit einer geringen Anzahl qualifizierter Lieferanten. "Die Kapazitäten bei den Zulieferteilen können nur mittelfristig gesteigert werden, da es sich um hochkomplexe und äußerst anspruchvolle Komponenten handelt" bestätigt Jan Scholl, Geschäftsführer Pleyma GmbH, aus der Erfahrung in der Beratung dieser Unternehmen.

Zur Absicherung ihrer Beschaffung halten die befragten Unternehmen den Aufbau von langfristig orientierten Zuliefer-Abnehmer Beziehungen für besonders geeignet. Verbreitet ist bisher einzig die Zertifizierung von Zulieferern, obwohl besonders die Anlagenhersteller diese als Risikomanagement Instrument für kaum geeignet halten. "Hier zeigt sich der enorme Handlungsbedarf für ein lieferantenbezogenes Risikomanagement" sagt Jan Scholl von Pleyma. Beispielsweise werden aktuell eine mangelnde Transparenz und eine fehlende Verbindlichkeit der Partnerunternehmen als Hindernisse Nr.1 bei der Umsetzung eines übergreifenden Risikomanagements in der Supply Chain gesehen.

Die Anlagenhersteller verfügen im Vergleich zur Gesamtstichprobe bereits über ein stark auf ihr Lieferantennetzwerk ausgerichtetes Risikomanagement, in das neben der Geschäftsführung auch die Bereiche Supply Chain Management und Einkauf maßgeblich eingebunden sind. Dennoch ist hier eine Ausweitung der Aktivitäten geplant.

Bemerkenswert ist, dass Instrumente wie Business Continuity Planning oder der Einsatz von Emergency Teams, denen in der Forschung aktuell eine große Rolle im Risikomanagement zugestanden wird, weder eingesetzt noch für geeignet gehalten werden. "Mit der gemeinsamen Studie zum Risikomanagement wollen wir einen Schritt zur Verringerung der Lücke zwischen Theorie und Praxis gehen" so Scholl und Hohrath.

Auf der HUSUM WindEnergy 2008 wurden Studienergebnisse und Handlungsempfehlungen detailliert vorgestellt.

Über die Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung

Logistik ist in den letzten Jahren zu einem Schlüsselfaktor im Wettbewerb geworden, der sich sowohl auf die Kostenposition als auch auf die Leistungsfähigkeit gegenüber den Kunden auswirkt. Hierzu sind zahlreiche Managementfragen zu beantworten, die von der Gestaltung der Strukturen und Prozesse in der Supply Chain über die Planung und Optimierung von Materialfluss, Lagerung und Transport bis hin zur Formulierung von Einführungsstrategien für neue Technologien wie z. B. RFID reichen.

Das Institut für Logistik und Unternehmensführung forscht und lehrt auf diesen Themengebieten unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Kersten und Herrn Prof. Dr. Thorsten Blecker mit folgenden Schwerpunkten:

- Ganzheitliche Gestaltung von Logistik und Supply Chain Management unter besonderer Berücksichtigung von sog. Demand-Driven-Supply Chains
- Komplexitäts- und Risikomanagement von Supply Chains und logistischen Prozessen
- Entwicklung von Managementmethoden, die an den Bedarf von Logistikunternehmen, Zulieferern und Abnehmern in der Supply Chain angepasst sind.

 

Kontaktdaten und weitere Informationen:

http://www.pleyma.de

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