Dortmund, 30.01.2009 - Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Einsatzes von RFID-Systemen in Unternehmen nehmen auch die Erwartungen der Anwender an diese Technologie zu. In diesem Zusammenhang rückt neben der reinen Leistungsfähigkeit der RFID-Systeme der Qualitätsaspekt immer stärker in den Vordergrund, da dieser eine gewichtige Bewertungsgrundlage für Investitionsentscheidungen der Unternehmen bildet.
An dieser Stelle setzen die aktuellen Forschungen des Instituts für Distributions- und Han-delslogistik (IDH) des VVL e. V. an. Insbesondere Transponder als Datenträger eines RFID-Systems unterliegen im Verbund mit ihrem Trägerobjekt (z. B. Europalette oder Mehrweg-transportbehälter) einer Vielzahl von Belastungen. Darunter fallen unter anderem die Einflüsse durch Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse, so dass die Widerstandsfähigkeit des Transponders einen hohen Stellenwert einfordert. Insofern ist es das Ziel des Forschungsvorhabens, eine Kombination aus „RFID-nahen“ Tests und Messungen zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit der RFID-Transponder sowie „RFID-fremden“ Prüfverfahren, wie z. B. auch Verpackungsprüfungen, zu einer ganzheitlichen Bewertung der Komponente RFID-Transponder zusammen zu führen.
Im Rahmen des Projektes werden nach der Ermittlung aller relevanten Belastungsarten, denen Transponder ausgesetzt sind, Prüfungen zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit der Transponder (z. B. nach VDI 4472 Blatt 10) durchgeführt. Im Anschluss werden die getesteten Transponder in umfangreichen Laborversuchen ausgewählten mechanischen und klimatischen Belastungen ausgesetzt, um die Widerstandsfähigkeit der Transponder zu analysieren. Anschließend erfolgt eine erneute Messung der Leistungsfähigkeit inkl. statistischer Auswertung, um Veränderungen in der Leistungsfähigkeit ermitteln zu können.
Ziel der umfangreichen Prüfungen ist die Entwicklung einer Methodik, die einen praxisnahen und umfassenden Qualitätsnachweis für Transponder in RFID-Systemen ermöglicht und darüber hinaus als Basis für eine Klassifizierung von Transpondern herangezogen werden kann. Die Bewertung eines Transponders anhand der zu entwickelnden Methode bietet eine unabhängige, verlässliche Basis für Auftraggeber und Auftragnehmer. Eine hierauf aufbauendes Prüfverfahren und eine Kennzeichnung können genutzt werden, um ein „Gütesiegel“ für das Produkt Transponder abzugeben. Somit sollten beim Erwerb von Transpondern sowie vor dem Einsatz keine umfangreichen, individuellen und damit teuren Eignungsuntersuchungen mehr erforderlich werden.
Dies ermöglicht insbesondere KMU in Folge eines globalen Wettbewerbsdrucks innovative RFID Technologien zu implementieren und zu nutzen sowie sich somit Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
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