Graz/Österreich, 16.06.2010 - Marktreife RFID-Lösung steht bereit
Ein Konsortium um Siemens, bestehend aus dem Unternehmen Schweizer Electronic, der Blutbank der Medizinischen Universität im österreichischen Graz und dem Blutbeutelhersteller MacoPharma, hat ein RFID-System mit Temperatursensoren entwickelt. Die RFID-Etiketten beinhalten sämtliche Blutdaten und überwachen mittels eines Temperatursensors die gesamte Kühlkette der Konserven.
Ablauf und Problematik bei der Blutabnahme
Die Bereitschaft zum Blutspenden sinkt immer weiter. Dabei sind Blutspenden oft lebensrettend. Doch es kommt vor, dass die Spenden auf dem Weg vom Spender zum Empfänger verwechselt werden oder das Blut verdirbt, weil es nicht gut genug gekühlt wird - Vorfälle, die vor einer Transfusion nur schwer nachzuprüfen sind.
Mit dem System können Transfusionen künftig noch sicherer gemacht werden. Mit der Identifizierung über die RFID-chips ist ein Verwechseln von Blutkonserven nahezu ausgeschlossen.
Transfusionsmediziner versuchen mit dem gespendeten Blut möglichst viele Empfänger zu erreichen. Das Blut wird unmittelbar nach der Entnahme zu Standardblutprodukten weiter verarbeitet, etwa Konzentraten aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder Blutplättchen sowie Plasma. Während der verschiedenen Prozessschritte – Spende, Verarbeitung, Testung, Verteilung, Lagerung und Transfusion – müssen unterschiedliche Temperaturprofile eingehalten werden.
So können Blutplättchen bei 20 Grad Celsius acht Tage gelagert werden. Rote Blutzellen dagegen sind bei 4 Grad vier bis sieben Wochen verwendbar – je nach Nährlösung. Blutplasma kann auch eingefroren werden. Es ist nach einer vorgeschriebenen Quarantänelagerung von mindestens einem halben Jahr auch noch längere Zeit einsetzbar.
RFID und Sensorik machen eine lückenlose Überwachung von Spenderblut möglich
Die RFID-Chips mit Temperatursensoren sind an den Blutbeuteln aufgeklebt. Mit RFID-Lesegeräten ist die Temperatur jederzeit abrufbar. Die RFID-Chips müssen extremen Bedingungen standhalten: Bei der Herstellung müssen sie einen Sterilisations- und Pasteurisierungsprozess überstehen; bei der Verarbeitung werden die Blutbeutel zudem mit bis zu 5000-facher Erdbeschleunigung zentrifugiert. Kurz vor der Spende werden die Chip-Daten mit einem Lesegerät ausgelesen und auf ihre Richtigkeit geprüft. Das System erlaubt erstmals eine vollständige Dokumentation vom Spender zum Empfänger und erhöht die Patientensicherheit wesentlich.
Die RFID-Lösung ist ausgereift und bereit für den Markt.
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